Messfehler durch falsche Bürde – Warum Stromwandler nicht beliebig belastet werden dürfen
Was bedeutet die Bürde eines Stromwandlers?
Bei der Auswahl eines Stromwandlers werden häufig Übersetzungsverhältnis, Genauigkeitsklasse und Bauform betrachtet. Ein wichtiger Parameter wird dabei jedoch oft übersehen: die Bürde.
Die Bürde beschreibt die Gesamtbelastung, die an die Sekundärseite des Stromwandlers angeschlossen wird. Dazu gehören nicht nur Strommessgeräte oder Energiezähler, sondern auch die Anschlussleitungen zwischen Stromwandler und Messgerät.
Wird die zulässige Bürde überschritten, kann der Stromwandler seine angegebene Genauigkeitsklasse nicht mehr einhalten.
Wie entsteht eine zu hohe Bürde?
In der Praxis addieren sich mehrere Faktoren:
- Strommessgeräte
- Energiezähler
- Netzanalysatoren
- Relais
- Anschlussleitungen
Besonders lange Leitungswege werden häufig unterschätzt. Je länger die Leitung und je kleiner der Leiterquerschnitt, desto größer wird ihre Belastung für den Stromwandler.
Dadurch erhöht sich die Gesamtbürde des Messkreises.
Welche Folgen hat eine Überbürdung?
Ist die angeschlossene Bürde größer als die Bemessungsleistung des Stromwandlers, können Messfehler auftreten.
Mögliche Folgen sind:
- ungenaue Strommessungen
- fehlerhafte Energiewerte
- Abweichungen bei Netzanalysen
- Verlust der angegebenen Genauigkeitsklasse
In kritischen Anwendungen kann dies sogar zu falschen Auswertungen oder fehlerhaften Abrechnungen führen.
Beispiel aus der Praxis
Ein Stromwandler mit einer Bemessungsleistung von 5 VA wird an ein Messgerät angeschlossen. Zusätzlich müssen die Messleitungen über eine größere Entfernung verlegt werden.
Ist die Leistungsaufnahme von Messgerät und Leitungen zusammen höher als die verfügbare Leistung des Stromwandlers, arbeitet der Wandler außerhalb seines vorgesehenen Bereichs. Die Messwerte können dadurch zunehmend von den tatsächlichen Stromwerten abweichen.
Wie lässt sich eine Überbürdung vermeiden?
Bereits bei der Planung sollten alle Verbraucher im Sekundärkreis berücksichtigt werden.
Dazu zählen:
- Leistungsaufnahme der Messgeräte
- Leitungslänge
- Leiterquerschnitt
- Anzahl der angeschlossenen Geräte
Bei größeren Entfernungen kann es sinnvoll sein, einen Stromwandler mit höherer Bemessungsleistung oder einen 1A-Stromwandler einzusetzen, da die Leitungsverluste geringer ausfallen.
Fazit
Ein Stromwandler wird nicht allein nach Übersetzungsverhältnis und Genauigkeitsklasse ausgewählt. Ebenso wichtig ist die Bürde des gesamten Messkreises. Werden Messgeräte und Leitungen bei der Planung berücksichtigt, lassen sich unnötige Messfehler vermeiden und die geforderte Messgenauigkeit dauerhaft sicherstellen.
