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DC-Ströme messen: Wann ein Nebenwiderstand die bessere Lösung ist

In vielen Schaltschränken und Industrieanlagen müssen nicht nur Wechselströme, sondern auch Gleichströme zuverlässig überwacht werden. Während bei AC-Anwendungen häufig Stromwandler eingesetzt werden, ist bei Gleichstrommessungen oft ein Nebenwiderstand, auch Shunt genannt, die passende Lösung.

Ein Nebenwiderstand wird eingesetzt, um hohe Gleichströme messbar zu machen. Dabei fließt der zu messende Strom durch einen definierten Widerstand. Der dadurch entstehende Spannungsabfall wird anschließend von einem Messgerät ausgewertet. Auf diese Weise lassen sich auch größere Ströme präzise erfassen, ohne dass das Messgerät selbst für den gesamten Laststrom ausgelegt sein muss.

Warum Nebenwiderstände bei DC-Anwendungen sinnvoll sind

Ein klassischer Stromwandler funktioniert nach dem Transformatorprinzip und eignet sich daher vor allem für Wechselstrom. Bei Gleichstrom ist dieses Prinzip nicht ohne Weiteres anwendbar. Genau hier kommen Nebenwiderstände ins Spiel.

Sie ermöglichen eine einfache und robuste Strommessung in DC-Systemen. Typische Anwendungen finden sich zum Beispiel in Gleichstromversorgungen, Ladeanlagen, Batteriesystemen, Maschinensteuerungen oder Prüfständen.

Der große Vorteil liegt in der direkten und gut nachvollziehbaren Messmethode. Wird ein passender Nebenwiderstand verwendet, kann das angeschlossene Messgerät den Stromwert über den definierten Spannungsabfall anzeigen.

Worauf bei der Auswahl geachtet werden sollte

Bei der Auswahl eines Nebenwiderstands ist vor allem der Nennstrom entscheidend. Der Shunt muss für den maximal zu erwartenden Strom der Anwendung ausgelegt sein. Wird ein zu kleiner Nebenwiderstand eingesetzt, kann es zu Überlastung, Erwärmung oder ungenauen Messergebnissen kommen.

Ebenso wichtig ist das Ausgangssignal. Häufig arbeiten Nebenwiderstände mit einem genormten Spannungsabfall, zum Beispiel 60 mV oder 75 mV bei Nennstrom. Das angeschlossene Messgerät muss zu diesem Ausgangssignal passen. Ein Messgerät für 60 mV sollte daher auch mit einem passenden 60-mV-Nebenwiderstand kombiniert werden.

Auch die Einbausituation spielt eine Rolle. Da bei höheren Strömen Wärme entstehen kann, sollte der Nebenwiderstand so montiert werden, dass eine ausreichende Wärmeabfuhr möglich ist. Enge Einbauräume oder eine schlechte Belüftung können die Messgenauigkeit und Lebensdauer beeinflussen.

Typische Fehler in der Praxis

Ein häufiger Fehler ist die falsche Kombination aus Nebenwiderstand und Messgerät. Wenn der Shunt beispielsweise für einen anderen Spannungsabfall ausgelegt ist als die Anzeige, stimmen die Messwerte nicht.

Auch zu lange oder ungünstig verlegte Messleitungen können die Messung beeinflussen. Die Spannungsmessung am Nebenwiderstand sollte sauber und möglichst störungsarm erfolgen. Besonders bei kleinen Messspannungen können Übergangswiderstände, schlechte Kontakte oder ungeeignete Leitungsführung zu Abweichungen führen.

Ein weiterer Punkt ist die mechanische Belastung. Nebenwiderstände sollten fest montiert und fachgerecht angeschlossen werden. Lose Verbindungen können nicht nur Messfehler verursachen, sondern bei hohen Strömen auch zu Erwärmung führen.

Nebenwiderstand oder Stromwandler?

Ob ein Nebenwiderstand oder ein Stromwandler eingesetzt wird, hängt vor allem von der Stromart ab. Für Wechselstrommessungen sind Stromwandler in vielen Fällen die übliche Lösung. Bei Gleichstrommessungen ist dagegen häufig der Nebenwiderstand die praktikablere und technisch passende Variante.

In Anlagen, in denen sowohl AC- als auch DC-Ströme überwacht werden, können beide Messprinzipien nebeneinander vorkommen. Entscheidend ist immer, dass Messgerät, Messbereich und Messprinzip zur Anwendung passen.

Fazit

Ein Nebenwiderstand ist eine bewährte Lösung zur Messung von Gleichströmen in industriellen Anwendungen. Er ermöglicht eine präzise Stromerfassung über einen definierten Spannungsabfall und eignet sich besonders für DC-Systeme, bei denen ein klassischer Stromwandler nicht die richtige Wahl ist.

Damit die Messung zuverlässig funktioniert, müssen Nennstrom, Ausgangsspannung, Messgerät und Einbausituation zusammenpassen. Wer diese Punkte bei der Auswahl berücksichtigt, erhält eine robuste und gut nachvollziehbare Lösung für die Gleichstrommessung im Schaltschrank und in industriellen Anlagen.

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